ART KODEX FÜR FAIRE HANDLUNGSWEISE
formuliert 1948 und überarbeitet 1989 Beziehung zwischen Künstler* und Käufer

Dieser Kodex stellt in der Kommunikationsindustrie der graphischen Künste einen akzeptierten Standart von Berufsethos und Verhalten zur Verfügung. Er präsentiert Richtlinien für das freiwillige Verhalten von Personen in dieser Industrie, welches durch schriftliche Vereinbarungen verändert und angepasst werden kann.

1. Verhandlungen zwischen einem Künstler oder dessen Vertreter und einem Kunden sollten nur durch einen bevollmächtigen Käufer geführt werden.

2. Aufträge oder Vereinbarungen zwischen Künstler oder dessem Vertreter und Käufer sollten schriftlich erfolgen und die spezifizierten Rechte einschließen, die übertragen werden, die spezifizierte, zwischen beiden Parteien getroffene Honorarvereinbarung, das Lieferdatum und eine zusammenfassende Beschreibung der Arbeit.

3. Alle Änderungen oder Zusätze, die nicht auf Veranlassung des Künstlers oder dessen Vertreter erforderlich sind, werden dem Käufer als zusätzliche und separate Kosten in Rechnung gestellt.

4. Dem Käufer entstehen keine Kosten für Revisionen oder Wiederholungen, die durch den Künstler oder dessen Vertreter veranlaßt werden.

5. Sollte eine vom Käufer in Auftrag gegebene Arbeit durch diesen hinausgeschoben oder annulliert werden, wird ein Aufhebungshonorar vereinbart unter Zugrundelegung der aufgewendeten Zeit und Mühe und der entstandenen Kosten. 6. Fertiggestellte Arbeit wird voll bezahlt (und das Original wird dem Künstler prompt zurückgegeben).

7. Änderungen werden nicht ohne Konsultation des Künstlers vorgenommen. Wo Änderungen oder Neuausarbeitungen erforderlich sind, wird dem Künstler Gelegenheit gegeben, diese auszuführen.

8. Der Künstler wird den Käufer von jeder vorhergesehenen Lieferverzögerung in Kenntnis setzen. Sollte der Künstler durch unzumutbare Lieferverzögerung oder mangelnde Übereinstimmung mit den vereinbarten Spezifikationen den Vertrag nicht einhalten, gilt dies als Vertragsbruch seitens das Künstlers.

9. Den Künstler aufzufordern, anhand von Vermutungen (Spekulation) zu arbeiten, wird wegen der potentiell vorhandenen Gefahr der Ausbeutung nicht als professionell akzeptabel angesehen.

10. Der Künstler oder dessen Vertreter wird dem Käufer keine geheimgehaltenen (nicht bekanntgegebenen) Rabatte, Preisnachlässe, Geschenke oder Boni geben, noch wird der Käufer diese von ihm verlangen.

11. Die Eigentumsrechte am Kunstwerk und Copyright liegen in den Händen des Künstlers.

12. Das Originalkunstwerk bleibt Eigentum des Künstlers, sofern es nicht ausdrücklich erworben wird. Die Reproduktionsrechte bleiben vom Kauf unberührt.

13. Alle Transaktionen (Vereinbarungen) werden schriftlich niedergelegt.

14. Ein in Auftrag gegebenes Kunstwerk ist nicht als "Lohnarbeit" anzusehen.

15. Wenn der Preis für die Arbeit von einem begrenzten Gebrauch ausgeht und die Nutzung der Arbeit später ausgeweitet wird, steht dem Künstler ein zusätzliches Honorar zu. 12. Das Originalkunstwerk bleibt Eigentum des Künstlers, sofern es nicht ausdrücklich erworben wird. Die Reproduktionsrechte bleiben vom Kauf unberührt.

16. Werden Probearbeiten, lnhalte oder vorläufige Fotos vom Künstler geleistet mit der Aussicht oder Möglichkeit, daß ein anderer Künstler den Auftrag erhält, die Arbeit zu vollenden, wird dies bei der Auftragserteilung schriftlich niedergelegt.

17. Wenn keine Übertragung des Copyrights durchgeführt worden ist, wird der Veröffentlicher bei jeder Reproduktion des Kunstwerkes das Copyright des Künstlers angeben, sofern der Künstler dies bei bei Vertragsabschluß verlangt.

19. Kein Kunstwerk darf plagiiert werden.

20. Wenn der Künstler besonders gebeten wird, eine Arbeit zu unzumutbaren Arbeitszeiten auszuführen, wird ein angemessenes zusätzliches Honorar vergütet.

21. Alle Kunstwerke oder Fotografien die einem Käufer als Proben ausgehändigt werden, sollten den oder die Namen der verantwortlichen Künstler tragen. Kein Künstler darf die Autorschaft am Werk eines anderen beanspruchen.

22. Alle Firmen und ihre Angestellten, die Künstlermappen, Probearbeiten etc. erhalten, sind verantwortlich dafür, daß der Künstler seine Arbeiten im selben Zustand zurückbekommt wie sie sie erhalten haben.

23. Ein Künstler, der mit einem Vertreter, Studio oder einer Produktionsfirma einen Exclusiv- Vertretungsvertrag abschließt, darf keine Aufträge von einem anderen Vertreter oder Studio annehmen oder erlauben, daß seine Arbeit durch sie gezeigt wird. Jeder Vertrag, der nicht exclusiv gemeint ist, sollte die genau spezifizierten Einschränkungen erhalten, die zwischen den Parteien vereinbart sind.

24. Kein Vertreter sollte die Probearbeiten eines Künstlers weiter zeigen, nachdem die Zusammenarbeit beendet ist.

25. Nach Beendigung einer Verbindung zwischen Künstler und Repräsentent sollte der Repräsentant zu einer Provision für sechs Monate berechtigt sein auf Verkäufe, die er eingeleitet hat, sofern es nicht anders vertraglich vereinbart ist.

26. Probearbeiten eines Künstlers die einem Repräsentanten oder eventuellem Käufer überlassen werden, bleiben Eigentum des Künstlers. Sie dürfen nicht ohne Einwilligung des Künstlers dupliziert werden und müssen dem Künstler zügig und in gutem Zustand zurückgegeben werden.

27. Wettbewerbe zu kommerziellen Zwecken werden nicht als professionell zumutbar angesehen wegen ihres potentiell spekulativen Charakters.

Auszug aus:
Copyright 1989 by the Joint Ethics Commitees, POB Nr.179, Grand Central Station New York, NY 10017

* Das Wort Künstler ist so zu verstehen, daß es kreative Menschen in allen Bereichen der visuellen Kommunikation wie beispielsweise der Illustration, 2- oder 3-dimensionalen Gestaltung, dem grafischen Design, der Fotografie, Animation, Film und Fernsehen einschließt.

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